Superteure Cross-Connects im Rechenzentrum! Warum sie es wert sind und wie man sie neu verhandelt!

Viele Kunden haben mir diese Frage gestellt: „Warum sind diese Cross- Connects für Rechenzentren so teuer und können Sie etwas dagegen unternehmen?“ Und auch…. “Es ist nur eine Glasfaserkabel, die fast nichts kostet”! Aber wenn Cross-Connects so wichtig sind und Kunden im Rechenzentrum von Cross-Connects total abhängig sind…. Denn warum berechnen Rechenzentren dann solche hohe monatliche Gebühren? Und was können Sie als Kunde dagegen unternehmen?

Wenn Sie diesen Artikel gelesen haben, werden Sie verstehen, warum die hohen monatlichen Gebühren in bestimmten Fällen, meiner Meinung nach sogar gerechtfertigt sind.

Und ich werde mit Ihnen 3 persönliche Argumente teilen, warum diese teuren Cross-Connects tatsächlich das Geld wert sind. Und warum es für hoch vernetzte Rechenzentren akzeptabel ist, für Cross-Connects die Premium-Tarifstruktur zu berechnen.

Zum Schluss möchte ich Ihnen helfen und noch einige persönliche Tipps geben. 3 tolle Spartipps, besonders wenn Sie Ihren Vertrag mit dem Rechenzentrumsanbieter (neu) verhandeln möchten.

Einleitung

Eine Cross-Connect ist eine Glasfaser- oder Kupferverbindung: Zwischen dem Rack eines Kunden und der Netzwerkausrüstung einer anderen Partei (Carrier / Netzbetreiber).

Kunden verwenden Cross-Connects, um eine direkte Verbindung zu einem Netzbetreiber oder Internetdienstanbieter herzustellen, der dann für die Anbindung zur Konnektivitätsdiensten verwendet wird.

In stark vernetzten US-amerikanischen „Colocation-Rechenzentren“ wie in zum Beispiel New York oder Miami, ist es nicht ungewöhnlich um 300 US-Dollar pro Monat pro Cross-Connect bezahlen. Oder sogar noch mehr! In Amsterdam und Frankfurt am Main, liegt der Cross-Connect-Preis nach wie vor bei rund 100 US-Dollar pro Monat. Aber der Preis ist auch in den letzten Jahren stark gestiegen.

Also warum berechnen die Rechenzentren jeden Monat Hunderte von Dollar? Nur für ein Stück Infrastruktur und Kabel, das nur einen ganz kleinen Teil der Installationskosten kostet?

Hier sind die drei Gründe um es zu erklären.

Grund 1: Der Aufbau einer vielfältigen Community kostet Geld und Zeit.

Hoch vernetzte Rechenzentren haben viele Jahre hart und fleißig gearbeitet, mit der Aufbau von interessanten Communities.
Communities … die es Kunden ermöglichen, Transaktionen durchzuführen, Geld zu verdienen und ihre Cloud-Plattform zu vermieten.

Die Rechenzentren mussten ganz viel investieren in der Vergangenheit, um diese speziellen Gemeinschaften zu verführen und anzulocken. Oft bedeutete dies die Teilnahme an Co-Investments mit den Carriern.

Zum Beispiel spezielle Glasfaserrouten ausgraben um die Netzwerke zu den Rechenzentren bringen. Oder die Rechenzentren mussten die Colocation-Deals für Rack-Stellplätze und Strom sponsern. Und machten so für viele Jahren überhaupt keinen Gewinn.

Die Rechenzentrumsanbieter haben dies getan um die Netzbetreiber davon zu überzeugen, einen Netzwerk-Präsenzpunkt aufzubauen in ihren Rechenzentren. Die Rechenzentrumsanbieter wussten alle, dass dies letztendlich den Wert ihrer Rechenzentren erhöhen würde.

In einem wettbewerbsintensiven Markt wie Frankfurt oder Amsterdam, unterscheiden sich die stark vernetzten Rechenzentren nach dem Wert ihrer Interessengemeinschaften. Und die direkte Anbindung zu diesen Communities sollte logischerweise einen höheren Preis haben.

Insbesondere im Vergleich, zu einem Rechenzentrum das nicht die gleichen wertvollen Communities bieten kann. Solche Rechenzentren, die sich häufig am Rand wichtiger Konnektivitäts-Knotenpunkten befinden, oder weiter von den Geschäftszentren entfernt befinden, konkurrieren um den Preis und weniger um den Wert.

Kunden sollten sich am Besten die Frage stellen, ob solche stark vernetzten Rechenzentren tatsächlich die richtige Einrichtung sind?
Denn möglicherweise gibt es günstigere Alternativen, auch mit guten Verfügbarkeit und technischen Infrastruktur. Und gute Verbindungen zu einem guten Gesamtmix von Konnektivitätsanbietern.

Aber wenn ein Kunde jedoch stark von der Verfügbarkeit eines großen Mixes von Konnektivitätsanbietern abhängt. Dann sollte der Kunde sich so nah wie möglich an den Netzknoten befinden. Und dann, sollte dieser Kunde auch bereit sein, eine hohe Prämie für Cross-Connects zu bezahlen. Denn nur mit erstklassigen vernetzten Rechenzentren, darf der Kunde sich keine Große Sorgen.

Die Kunden können sich darauf verlassen, dass sie sich unabhängig davon wie ihre Konnektivität oder Cloud-Strategie im Laufe der Zeit ändert, sie sich immer am richtigen strategischen, zukunftssicheren Standort befinden.

Viele schwierige technische und kommerzielle Herausforderungen kann man so einfach am Anfang schon verhindern.

Grund 2: Der Aufbau einer premium „Meet-Me-Room“- und Cross-Connect Infrastruktur ist sehr teuer.

Waren Sie schon mal in einem Meet-Me-Room? Und waren Sie dann auch schon mal im Meet-Me-Room von premium Rechenzentren wie von zum Beispiel Interxion, Equinix oder Digital Realty?

Es besteht die Möglichkeit, dass Sie die Unterschiede sofort bemerkt haben! Egal, ob Sie bereits Experte für Rechenzentren sind, oder zum ersten Mal ein Rechenzentrum besuchen!

Denn Ein Meet-me-Room ist einer der wichtigsten Bereiche in einem Rechenzentrum. Und dafür sollte nicht nur der Zugang stark eingeschränkt werden. Aber es sollte auch so aussehen und sich so anfühlen, als wäre es das beste Raum im ganzen Gebäude.

Die Installation von Glasfaserkanälen und das Verwalten einer hocheffizienten, vorverkabelten Cross-Connect-Infrastruktur ist sehr teuer. Und sehr zeitaufwändig.

Stellen Sie sich die Frage: Wie würde sich das auf mein Geschäft auswirken, wenn meine Cross-Connects schlecht verbunden sind. Oder danach nicht gut gepflegt sind? Und wieviel Geld kostet mich das? Oder welchen Schaden könnte dies für mein Online-Geschäft und Image meiner Marke bedeuten?

Cross Connects sind meiner Meinung nach, die Lebensader und der Motor eines Rechenzentrums!

Meiner Meinung nach ist es sinnvoll, für stark vernetzte Rechenzentren eine entsprechende Gebühr zu berechnen. Da es viel Zeit gekostet hat, dorthin zu kommen, wo sie heute sind. Und es wird viel mehr Zeit kosten und erhebliche Investitionen erfordern, um an der Spitze zu bleiben.

Grund 3: Die technische Pflege eines Premium-Rechenzentrums ist sehr teuer.

Täglich erscheinen so viele neue Rechenzentren. Ich glaube tatsächlich, dass Sie und ich zusammen ein brandneues, großes und wunderschönes Rechenzentrum auf dem neuesten Stand der Technik bauen könnten. Morgen legen wir los und fangen wir Zusammen an!

Klingt verrückt…?

Na klar…. Den alles was wir brauchen, sind einige Millionen an Finanzmitteln und ein detaillierter Plan. Wir werden gemeinsam ein externes Expertenunternehmen engagieren, dass uns das Rechenzentrum unserer Träume aufbaut. Und das Alles, in etwas mehr als einem Jahr. Und es wird dann betriebsbereit sein.

Hört sich zu gut an …?

Klar! Denn haben Sie jemals in den Jahresberichten der Rechenzentrumsanbietern nachgelesen, wie viel Geld sie tatsächlich für die technische Pflege und Prüfung ihrer Rechenzentren ausgeben?

Investitionen… Um sicherzustellen, dass ihre Kunden keine Ausfallzeiten und Störung haben. Und dass höchste Servicelevels immer garantiert sind?

Die Rechenzentrumbranche ist echt ein extrem teures Geschäft. Die tatsächlichen Spenden beginnen mit der Inbetriebnahme eines Rechenzentrums. Ein sehr großer Teil dieser Kosten, sollte in die Instandhaltung der Infrastruktur investiert werden. Vorbeugende Pflege und die absolute „Besessenheit“ der Mitarbeitern von höchster Qualität sind hier der absolut wichtig für die Rechenzentren.

Wegen starken Wettbewerb und der immer geringer werdenden Platz- und Stromkosten, müssen Rechenzentren doch irgendwie viel Geld verdienen? Geld, um ihre technische Infrastruktur zu pflegen und in gutem Zustand zu halten.

Und die Gewinnmarge bei Cross-Connects ist ziemlich hoch. Und deswegen nutzen Rechenzentren diese Gewinne aus den Cross-Connects, um in ihre Infrastruktur zu investieren und sie sehr gut zu pflegen.

Verhandlungstipps für den Umgang mit teuren Cross-Connects

Ich hoffe, dass diese drei Argumente Ihnen helfen können, die Gründe für die hohen monatlichen Cross-Connect-Gebühren zu verstehen.

Aber wenn Sie ein starker Cross-Connect Benutzer sind. Und diese hohen Gebühren Ihre eigene Gewinnmarge stark unter Druck setzen. Was können Sie dann dagegen tun?

Um Ihnen dabei zu unterstützen, Ich habe einige persönliche Tipps für Sie zusammengestellt. Tipps, die Sie beim nächsten Mal verwenden können, wenn Sie einen neuen Vertrag verhandeln mit Ihrem Rechenzentrumsanbieter:


1) Über die gesamte Vertragsdauer eine große Anzahl von Cross-Connects verhandeln und festlegen. Und verhandeln Sie einen günstigeren Tarif für das gesamte Bündel und die Menge von Cross-Connects.

2) Verhandeln Sie die direkten Durchführung ihres Fibernetzwerkes (English: „throughput“) ohne klassische Meet-Me-Room Struktur. Dies könnte in sehr seltenen Fällen vom Rechenzentrumsanbieter erlaubt werden.

Es könnte möglicherweise klappen und funktionieren. Und es ist eine Strategie, oft nur für strategische und magnetische Konnektivitäts- oder Contentanbieter anwendbar.

Dies sind also die Anbieter, die andere Kunden wie einen Magnet anziehen zu dem Rechenzentrum. Und dann dafür sorgen, dass diese andere Kunden die normale Cross-Connects bestellen müssen. Und so doch noch die klassische Meet-Me-Room Struktur und Cross-Connect gebühren bezahlen müssen.

3) Wählen Sie das richtige (ältere) Rechenzentrum, wo schon ganz viele Carrier drin sind!

Auf diese Weise benötigen Sie keine teureren erweiterten Campus- oder Metro Cross-Connects zu anderen Rechenzentren, wo die andere Carrier sind. Häufig handelt es sich dabei um ältere Rechenzentren, mit geringeren Verfügbarkeit an Strom und Fläche.

Möglicherweise verhandeln Sie so mit Ihrem Rechenzentrumsanbieter, einen viel günstigeren Preis für Strom und Fläche! Da es für den Rechenzentrumsanbieter möglicherweise immer wieder schwieriger wird, diese Flächen und Stromversorgung mit niedriger Leistung wieder weiter zu verkaufen.

Der neue Deal die Sie da vereinbaren können, hilft Ihnen letztendlich dabei, die höheren Preise der Cross-Connects zu kompensieren!

Ich hoffe, dass Ihnen dieser Artikel gefallen hat und das es hilfreich war für Sie. Hoffentlich gab es Ihnen einige neue Einsichten und Rechtfertigungen, für die höhere Cross-Connect-Gebühren.

Aber manchmal ist es die klügere und bessere Entscheidung, jetzt den höheren Cross-Connect-Preis zu akzeptieren. Anstatt viel Später in Zukunft, in eine sehr teure und komplizierte technische Migration zu investieren müssen.

Wenn Sie jemanden kennen, der an diesem Artikel interessiert sein könnte, leiten Sie meinen Beitrag dann gerne weiter und teilen Sie ihn in den sozialen Medien. Haben Sie Erfahrung mit teuren Cross-Connects und haben Sie Tipps?

Ich freue mich darauf, von Ihnen zu hören. Vielen Dank!

Gerrit Jan de Vries

Gerrit Jan de Vries

I am a commercial expert in data center, interconnect and global connectivity. I write about sales, tech, investing and books that will help you grow and earn more money.

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